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Karola Stange

Istanbul-Konvention wird nun in Thüringen voll umgesetzt

Heute wurde ein Antrag zur Umsetzung der Istanbul-Konvention im Thüringer Landtag verabschiedet. Die Sprecherin für Gleichstellung der Fraktion DIE LINKE. im Thüringer Landtag, Karola Stange, führt aus: „Wir begrüßen diesen wichtigen Schritt beim Abbau aller Formen von Gewalt gegen Frauen und Mädchen. Mit einem ressortübergreifenden Landesprogramm zum Ausbau weiterer Frauenhausplätze sowie eines Unterstützungsnetzwerks und mehr Beratung für Prävention haben wir viele gute Ideen eingebracht.“

„Das geht weiter mit präventiven Maßnahmen für Schule, Ausbildung sowie Fort- und Weiterbildung für Personen, die mit Betroffenen und Täterinnen und Tätern zu tun haben. Das ist sehr wichtig, denn in 2019 gab es 1.497 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung, von den bekannten Opfern waren 1.321 weiblich.“

Frauenhäuser werden oft nicht ausreichend durch die Kommunen gefördert. Nach der Istanbul-Konvention müssten 287 Plätze für Frauen vorhanden sein. Derzeit werden aber nur 171,5 Plätze in entsprechenden Einrichtungen vorgehalten. Thüringen braucht ein flächendeckendes Netz von Einrichtungen im ländlichen Raum und das entsprechende Personal, mit dem gleichzeitig eine ambulante Beratung angeboten werden kann.

Das Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt, die sogenannte Istanbul-Konvention, ist das Ergebnis jahrzehntelanger Bemühungen der Frauenbewegung, um Gewalt gegen Frauen in all ihrer Vielfalt zu ächten. In Istanbul wurde die Europarats-Konvention 2011 von den ersten Mitgliedstaaten gezeichnet und 2017 von Deutschland ratifiziert.

Neueste Zahlen der Weltgesundheitsorganisation zeigen, dass weltweit jede dritte Frau in ihrem Leben von körperlicher und/oder sexueller Gewalt betroffen ist. Auch – und insbesondere – die junge Generation der Frauen erleidet Gewalt durch aktuelle oder ehemalige Partner. Es ist davon auszugehen, dass die Corona-Pandemie häusliche Gewalt verschärft hat.