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Karola Stange

Schwangerschaftsabbrüche legalisieren – Aktuelle Stunde im Thüringer Landtag

Anlässlich der Aktuellen Stunde während der Plenarsitzung am Mittwoch zur Kriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen in Deutschland, die durch die Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag eingereicht wurde, sagt Karola Stange, stellvertretende Fraktionsvorsitzende und gleichstellungspolitische Sprecherin: „Seit 150 Jahren stehen im deutschen Strafgesetzbuch Schwangerschaftsabbrüche neben Mord und Totschlag. Diese Stigmatisierung einer persönlichen Entscheidung von Frauen muss endlich ein Ende haben. Ich unterstütze die Kampagne verschiedener Verbände für eine Abschaffung der entsprechenden Paragrafen 218 und 219 StGB.“

Die Abgeordnete fährt fort: „Die Verunglimpfung von Frauen, die Schwangerschaftsabbrüche wollen, oder von Ärztinnen und Ärzten, die diese vornehmen, ist in unserer Gesellschaft leider noch viel zu weit verbreitet. Frauen haben ein Recht, über ihren Körper selbst zu bestimmen. Dazu gehört auch das Recht auf einen sicheren und legalen Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen. Dies betonen die Frauenbewegung und seit vielen Jahren auch die Vereinten Nationen. Es ist an der Zeit, dass das deutsche Recht an diesen Anspruch angepasst wird.“

Die Rechtslage sei momentan widersprüchlich, da sie einerseits Frauen zwingt, vor einem Abbruch an einer Beratung teilzunehmen und andererseits untersagt, dass öffentlich über diese Abbrüche informiert wird. Stange kommentiert: „Das sogenannte Werbeverbot, auf dessen Grundlage die Ärztin Kristina Hänel verurteilt wurde, beschränkt die Möglichkeiten von Frauen, sich über Schwangerschaftsabbrüche zu informieren. Frauen brauchen keine Zwangsberatung, um eine überlegte Entscheidung zu fällen. Was wir brauchen sind freiwillige Beratungsstellen, wissenschaftlich fundierte, öffentlich zugängliche Informationen und eine flächendeckende Versorgung mit Ärztinnen und Ärzten, die Schwangerschaftsabbrüche vornehmen.“

Die Linksfraktion unterstützt den Aufruf zur Menschenkette unter dem Motto „150 Jahre Kriminalisierung sind genug! Schwangerschaftsabbruch – Recht statt Verurteilung“ von pro familia am Rande der Plenarsitzung am Mittwoch, 2. Juni um 13 Uhr. Die Veranstaltung findet am Thüringer Landtag statt.