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Karola Stange

Vereinbarkeit von Beruf und Familie für alle erreichen

Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist ein Schwerpunktthema der Gesellschaft. Auch im Landtag wird über diese Thematik zu zahlreichen Gelegenheiten debattiert. „Umso bedenklicher finde ich es, dass dieses Ziel nicht für die parlamentarische Arbeit der Abgeordneten zu gelten scheint“, sagt Karola Stange, Sprecherin für Gleichstellungspolitik der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag, mit Blick auf die Aufforderung des Landtagspräsidenten Christian Carius, eine Abgeordnete mit Baby habe den Sitzungssaal zu verlassen.

„Dies beschneidet nicht nur die Rechte und Pflichten der Abgeordneten, an den Sitzungen des Landtags teilzunehmen, sondern unterläuft auch die politischen Bemühungen in unserer Gesellschaft, in den Unternehmen und Betrieben, ein Umdenken hinsichtlich Familienfreundlichkeit und Betreuungssituationen zu erreichen. Damit einher geht auch meine Empörung darüber, wie schnell einer Frau abgesprochen wird, über das Wohl des Kindes selbst zu entscheiden und wegen ihres Mutter-Seins bei der Ausübung ihrer Tätigkeit Steine in den Weg gelegt werden“, so die Abgeordnete Stange, die auch Vorsitzende des Gleichstellungsausschusses des Landtags ist.

Es geht aber um mehr als um den konkreten Fall, welcher sich gestern in der Plenarsitzung des Thüringer Landtags zugetragen hat. Der konkrete Fall zeigt beispielhaft, um welche Grundsatzfragen es bei der Gleichstellungsdiskussion geht. „Es geht den Kritikern der Anwesenheit von Kindern im Plenarsaal um eine angebliche Rückbesinnung und Verteidigung alter Werte von Kinder, Küche, Kirche als Domäne der Frauen und Politik und Öffentlichkeit als Domäne der Männer, in denen Kinder und Frauen mit Kindern nichts zu suchen haben. Diese Verteidigung überholter gesellschaftlicher Rollenbilder ist aber der falsche Weg und verhindert die wirkliche Umsetzung von Emanzipation und Gleichstellung von Frauen in der Gesellschaft“, so Stange.

Stattdessen muss die Vielfalt von Lebenssituationen, Familienkonstellationen, der Aufteilung von Betreuungs- und Erziehungsarbeit und der geschlechtergerechten und selbstbestimmten Teilhabe an Arbeit, Politik und Gesellschaft im Mittelpunkt stehen. „Dafür gibt es bereits Möglichkeiten und Lösungsvorschläge, für die sich die LINKE seit Jahrzehnten einsetzt, und die gerade auch durch rot-rot-grün in Thüringen weiter erprobt und ausgebaut werden müssen“, so die Abgeordnete.

Für den aktuellen Konflikt um die Anwesenheit im Plenum gibt es sehr naheliegende Lösungen: Abgeordneten, egal welchen Geschlechts, die Teilnahme an den Sitzungen mit ihren Kleinkindern zu erlauben und die Kinderbetreuungsmöglichkeiten im Landtag zu verbessern. „Darüber hinaus würde ein Paritätsgesetz, das für mehr Frauen in politischen Gremien sorgt, die Zeit des männlich dominierten Politikbetriebs beenden und zu einer Veränderung des Bildes und der Stellung von Frauen in der Politik und deren Teilhabe beitragen“, so Stange abschließend.