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100 Jahre nach dem Kapp-Putsch – 1920 – 2020 Generationen gedenken der Helden von damals

Der Kapp-Putsch jährt sich dieses Jahr zum 100. Mal. Auch Erfurter junge Männer sind im März 1920 in Gotha gestorben, um die junge Demokratie der Weimarer Republik gegen die Putschisten zu verteidigen. Vom 13. März 1920 bis zum 17. März, nach 100 Stunden, war der konterrevolutionärer Putschversuch gegen die nach der Novemberrevolution geschaffene Weimarer Republik gescheitert. Verteidigt wurde die junge Republik von einfachen Menschen und Studenten die in ihren Städten die Besetzung der Rathäuser durch die Putschisten verhinderten. Viele wurden dabei getötet.

Einer von ihnen war Willy von der Weth aus Erfurt. Noch heute geht jedes Jahr seine Nichte und nun auch ihre Enkel auf den Friedhof in Erfurt und gedenkt ihm und den anderen Gefallenen. Die Helden von damals haben sich mutig gegen den reaktionären rechtsextremen Putsch gewehrt. Um sie zu ehren ist es auch heute umso wichtiger und mehr als angebracht sich rechte Ideologie und Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung jeder Art entgegen zu stellen.

Die Familie von Willy tut das. Text von Nadine L. für ihre Oma.

Willy von der Weth –geb. 14.02.1901 – am 19.03.1920 als Opfer der Revolution gefallen für Freiheit und Recht in Gotha. Willy war das 3. Kind von 8 Kindern.

Unsere Oma Christel R. (geborene von der Weth) ist die Nichte von Willy von der Weth. Er war der Bruder ihres Vaters. Ich bin die Enkelin Nadine L., Joanne (Tochter meines Cousins) ist die Urenkelin.

Unsere Oma war früher sehr oft mit ihrem Vater auf dem Friedhof am Grab seines Bruders und der Gefallenen des Kapp-Putsches. Später ist sie einmal jährlich zu den Gräbern gegangen. Zu DDR-Zeiten wurden die Gräber von der Stadt Erfurt immer gepflegt. Nach der Wende sind die Gräber von Jahr zu Jahr immer mehr verwildert.

Im Jahr 2011 hat unsere Oma Frau Stange angesprochen, dass das Grab von ihrem Onkel so schlimm verwildert ist, dass man den Namen kaum noch lesen kann. Die weiteren Gräber von Artur Walter und Fritz Weibezahl waren schon nicht mehr vorhanden. Ende September 2011 hat Frau Stange die Angelegenheit zur Stadtratssitzung angesprochen. So ging der „Stein ins Rollen“. Die Gräber wurden erneuert und seit 2012 treffen wir uns jedes Jahr im März mit Frau Stange und ihrem Büro auf dem Friedhof und Gedenken dem Onkel meiner Oma und den beiden weiteren Märzgefallenen.

Für unsere Oma hat das eine sehr große Bedeutung. Gerade in diesem Jahr jährt es sich zum 100. Mal und wir sind sehr froh, dass die Gräber weiter gepflegt werden und nicht in Vergessenheit geraten. Wir, Joanne und ich, unterstützen die Oma dabei sehr gern, da es für uns auch sehr interessant ist.

Für die Zukunft wünschen wir uns, dass dieses Gedenken beibehalten wird und die Gräber weiterhin gepflegt werden.

Nadine L. im März 2020