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Der Stadtgarten war und soll ein Kulturort sein

Foto: Sascha Blank

Mit Verwunderung hat die Fraktion DIE LINKE. im Erfurter Stadtrat den Artikel „Erlebniswelt als neue Option für den Erfurter Stadtgarten“ der Funke-Mediengruppe vom 22.01.21 zur Kenntnis genommen. Bei Rene Kolditz, dem kulturpolitischen Sprecher der Fraktion sorgt das Vorgehen der Verwaltung für Unmut:

„Noch im November gab es ein uns von der Verwaltung angebotenes Werkstattgespräch zur Zukunft des ehemaligen Kulturortes Stadtgarten. Alle Fraktionen, die an den Werkstattgesprächen teilgenommen hatten, sprachen sich eindeutig dafür aus, den Stadtgarten als Kulturort zu erhalten. Der Vorschlag der Erlebniswelt stieß auf große Skepsis in den Werkstattgesprächen“ so Kolditz weiter.

Weiter führt der linke Kulturpolitiker aus: „Mit den im o. g. Artikel dargestellten Optionen frage ich mich ernsthaft, ob die Werkstattgespräche zum Stadtgarten nur eine Alibiveranstaltung waren?“ Nachdem den Stadtratsmitgliedern ein externes Gutachten zu Möglichkeiten der Betreibung vorgelegt wurde, waren drei mögliche Szenarien zu lesen. Das Gutachten wurde auch in den Werkstattgesprächen kritisch hinterfragt. „Warum nur habe ich das Gefühl, dass eines dieser Szenarien genau auf ein solches Projekt zugeschnitten war?“ fragt sich Kolditz. 

Das gemeinsame Ziel diesen Kulturort zu erhalten und weiter zu entwickeln wurde offensichtlich seitens der Verwaltung aufgegeben. „Dass in einem Sucht- und Präventionszentrum auch öffentliche Veranstaltungen stattfinden könnten, ist eine Farce und eine unverschämte Absage an die Bemühungen all derer, die seit Jahren nach Ideen und Lösungen suchen, um den Stadtgarten als soziokulturellen Musik- und Veranstaltungsort zu erhalten“ sagte der Stadtrat der Linken. Er mahnt, „darüber hinaus sollten auch andere Optionen geprüft werden, welche Möglichkeiten es gibt, den Stadtgarten für die Erfurter_innen, Kulturschaffende und auch die Bewohner_innen des Quartiers nutzbar zu machen.“ Aus Sicht des Stadtrats, der seit Jahren in der Erfurter Soziokultur verankert und engagiert ist, bietet der Stadtgarten mehr Möglichkeiten, gerade im Hinblick auf kleinteilige und vielfältige Projektansätze, die zusammen genommen große Chancen bieten können. Kulturschaffende suchen seit Jahren Räume, leiden seit Jahren unter steigenden Mieten. Der Stadtgarten könnte ein solch bunter und offener Kulturraum sein. 

Die Bedeutung von Kultur scheint aber für die Verwaltungsspitze nicht sonderlich groß zu sein. Die Bedeutung von persönlichen Denkmalen übertrifft die der Kultur scheinbar. Dies zeige sich auch in der ausstehenden Diskussion in den Ausschüssen.

„Ich frage mich ernsthaft, wann die Verwaltung vorhatte, irgendeinen Ausschuss davon zu unterrichten.“ Schließlich spielen hier sowohl der Ausschuss für Finanzen, Vergaben und Rechnungswesen, der Kulturausschuss und der Ausschuss für Soziales eine Rolle. „Ich wundere mich schon, wie im Jahr der Bundestagswahl ein SPD Bundestagsabgeordneter eine so umfangreiche Geldsumme mit seinen SPD Kumpels Bausewein und Linnert hinter verschlossenen Türen verplant. „Ich bin sehr gespannt auf die transparente Behandlung dieser Causa in den Ausschüssen. Ich streite für den Stadtgarten als Kulturort für alle“, so Kolditz abschließend.