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Katja Maurer

Moritzhof wieder in städtische Trägerschaft überführen

Foto: Sascha Blank

"Zum wiederholten Male steht der Moritzhof zum Verkauf. Die 2007 erfolgte Privatisierung des Wohnobjektes 'Moritzhof' ist ein weiteres Beispiel für eine gescheiterte Privatisierung und sollte deshalb rückgängig gemacht werden“, erklärt Katja Maurer, Fraktionsvorsitzende der Linksfraktion im Erfurter Stadtrat.

Es besteht die Gefahr, dass das Wohnensemble aus der Gründerzeit weiterhin als Spekulationsobjekt in der Immobilienbranche gehandelt wird, ohne dass es aber tatsächlich Investitionen in den Wohnungsbestand gibt. „Deshalb fordert DIE LINKE die städtische Wohnungsbaugesellschaft KOWO auf, das Wohnprojekt wieder zu übernehmen. Hierzu bereitet DIE LINKE einen Antrag für den kommenden Stadtrat vor.

"Die KOWO ist unter Einbeziehung von Fördermitteln besser als private Investoren in der Lage, dass denkmalgeschützte Wohnquartier zu sanieren und dabei für die jetzigen Mieter bezahlbare Mieten zu sichern", sagt Katja Maurer und führt weiter aus: "Wenn ein privater Investor hier tatsächlich einmal investiert, besteht die Gefahr der Luxussanierung und somit die Erhöhung der Mieten, die sich viele der jetzigen Mieter nicht leisten könnten. Eine Sanierung nach Sozialkriterien wird es augenscheinlich nicht geben. Die Folge wäre eine Verschlechterung der Wohnsituation für viele der Mieter. Der Großteil von ihnen hat Mietverträge, die bereits seit vielen Jahren bestehen. Mit der Dauer der Mietverträge steigt auch der Mieterschutz – auch das spricht für eine kommunale Übernahme und ist für private Investoren eher abschreckend", ist sich die Fraktionsvorsitzende sicher.

Karola Stange, Aufsichtsratsmitglied bei der KOWO, fügt hinzu: "Es hat sich in den zurückliegenden 15 Jahren gezeigt, dass sich eine Investition für einen privaten Investor scheinbar nicht lohnt und der viel besungene Markt eben doch nicht alles regelt. Auch darum plädieren wir für eine Übernahme durch unsere kommunale Wohnungsverwaltung, die sich ihrer sozialen und städtischen Verantwortung hier nicht entziehen sollte. Für die Erhaltung der sozialen Struktur des Moritzhofes, seiner Mieterschaft und der dort angesiedelten Kleingewerbe!"

"Der Moritzhof ist einmalig für Erfurt. Im Zentrum leben Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen zusammen, hier verbinden sich Generationen, hier wird Kultur geschaffen und längst gelebt, was wir uns an anderen Stellen wünschen würden. Dieses Miteinander muss geschützt werden. Genau wie günstigere Mieten, halten wir es für wichtig, die Sozialstruktur des Moritzhofes zu schützen", so Katja Maurer abschließend.