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Strompreis-Erhöhung – Stromabschaltungen in Erfurt vermeiden!

Ab dem kommenden Jahr müssen Erfurterinnen und Erfurter tiefer in die Tasche greifen, um ihre Stromrechnung zu bezahlen. Ein durchschnittlicher Haushalt, der 2.000 kw/h verbraucht, müsse mit einem Anstieg von 53 bis 58 Euro jährlich rechnen. „Wir müssen befürchten, dass es zunehmend mehr Stromschuldner geben wird und damit auch die Gefahr steigt, dass Haushalten der Strom abgestellt wird“, sagt Karola Stange, Landtagsabgeordnete und Erfurter Stadträtin der Fraktion DIE LINKE.

 

 

Besonders hart werde es die Familien mit geringem Einkommen, im Hartz-IV-Bezug oder Empfängerinnen und Empfänger der Grundsicherung treffen, für die eine Mehrbelastung von 50 bis 60 Euro schwer zu finanzieren sei. „Sie sind die ersten Opfer einer kurzsichtigen Politik“, kritisiert Stange. Während das Erneuerbare Energien-Gesetz so angelegt sei, dass energieintensive Unternehmen entlastet würden, die Kosten von Privatpersonen aber ungekürzt zu tragen sei, gebe es so gut wie keine Kompensationsangebote seitens der Politik. Der Regelsatz im Hartz-IV-Bezug werde ab dem 1. Januar lediglich um 8 Euro monatlich erhöht, davon seien nur 0,62 Euro für die steigenden Stromkosten vorgesehen. „Damit ist der Kostenaufwuchs um über 700 Prozent größer als die vorgesehene Entlastung – das ist soziale Kälte in Reinform“, kritisiert Karola Stange.

Aus einer Stadtratsanfrage gehe aber auch hervor, dass die Stadtverwaltung mit einer Mehrbelastung von 480.000 Euro für Schulen, Kita's, Verwaltungsgebäude und Stadtbeleuchtung sowie weitere 265.000 Euro für Theater und Eigenbetriebe rechnen muss. „Es gibt also akuten Handlungsbedarf in Erfurt“, stellt Stange fest. „Während auf Stadtebene die Einsparpotentiale geprüft werden müssen, fordere ich die Verwaltung auf, zusammen mit der SWE Energie GmbH sowie dem Sozial- und Jugendamt einen Runden Tisch einzuberufen.“

Allein in Erfurt gebe es 16.000 Bedarfsgemeinschaften und eine steigende Anzahl von Grundsicherungsempfänger. „Wenn wir verhindern wollen, dass alte Menschen im Winter frieren, Kinder im Dunkeln sitzen und Eltern gezwungen sind, zu Kerzen und Petroleumlampen zu greifen, müssen wir uns gemeinsam dafür einsetzen, dass es nicht zu Stromabschaltungen in Erfurt kommt.“