Diese Website verwendet Cookies. Warum wir Cookies einsetzen und wie Sie diese deaktivieren können, erfahren Sie unter Datenschutz.
Zum Hauptinhalt springen

Unsere Praktikantin berichtet über eine Tagung im Landtag

Bericht zur Konferenz für sozial-ökologische Transformation in Thüringen

„Keine sozial-ökologische Transformation ohne die Freie Wohlfahrtspflege!“

Am 23. Juni 2022 fand im Thüringer Landtag von 9:30 Uhr bis 15:30 Uhr die Konferenz für
sozial-ökologische Transformation in Thüringen statt. Ausgerichtet wurde die Veranstaltung
von den Wohlfahrts- und Umweltorganisationen BUND, der Paritätische Thüringen und dem
AWO Landesverband Thüringen, um die oft als gegensätzlich wahrgenommenen
Themenfelder Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit zu verbinden. Ziel der Organisatoren
war es als Bündnis mehr zu bewegen indem politische Unterstützung gewonnen und
Interesse für gemeinsame Vorhaben geweckt wird. Durch den Tag führte Moderator Ralf-
Uwe Beck, der interessante sowie gut vorbereitete Fragen an die Anwesenden richtete.
Diskutiert wurden Problemstellungen in den Bereichen Mobilität, Energieversorgung,
Wohnen und Ernährung vor dem Hintergrund sozialer als auch umwelttechnischer Entwicklung. 

Janina Yeung thematisierte den Aspekt der Finanzierung als Herausforderung bei der
Stärkung des Klimaschutzes in der sozialen Arbeit und kritisierte aktuelle Preissenkungen,
die zum Vorteil von Haushalten mit hohem Energieverbrauch wirken. Verbesserungen
können ihrer Meinung nach durch neuaufgelegte Förderprogramme, Unterstützung bei der
Planung und Umsetzung von Kimaschutzmaßnahmen sowie durch die Reduzierung des
Eigenanteils für diese Maßnahmen bewirkt werden. Steffen Lembke beschäftigte sich mit
Wegen zur Klimaneutralität in der Sozialwirtschaft, wobei er die Schlüsselrolle der
Wohlfahrtspflege in diesem Zusammenhang hervorhob. Er plädierte im Rahmen einer
erhöhten Sensibilität für die Schaffung von Entwicklungsräumen, für mehr Investitionsmittel
und den Aufbau von neuen Personalstellen. Ergebnisse der anschließenden
Diskussionsrunde waren unter anderem, dass Monitoring Prozesse für eine nachhaltige
Erreichung von Zielen benötigt werden, eine stärkere Soziallobby für eine wirkungsvolle
Interessenvertretung notwendig ist und dass ein Einstellungswechsel im Kopf der Menschen
für einen gelungenen Transformationsprozess in Richtung Nachhaltigkeit gebraucht wird.
Einigkeit bestand auch darin für neu entstehende Arbeitsbereiche Arbeitskräfte zu gewinnen,
mehr mediale Aufmerksamkeit für das Umsetzungsbündnis zu schaffen und finanzielle Mittel
für verschiedene soziale und nachhaltige Projekte einzuplanen. Uneinigkeiten traten bei der
Frage der Partizipation und dem 9€ Ticket auf.
Im Anschluss an die Mittagspause fanden schließlich Workshops zu den Themen
„Klimafreundliches Pflegen“, „Energieversorgung-Sanierung-Förderprogramme“,
„Nachhaltige Verpflegung und Ernährung“ sowie „Bildung für nachhaltige Entwicklung als
Schlüsselfaktor für die sozial-ökologische Wende“ statt. Diese wurden genutzt, um die
Teilnehmenden weiterzubilden, Probleme zu identifizieren aber auch um neue Ideen und
Lösungsansätze zu sammeln. Beendet wurde der Tag mit einem Ausblick auf die Zukunft
und einer Zusicherung der Wiederholung der Konferenz im Folgejahr.