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Gewalt gegen Frauen darf nicht länger ein gesellschaftliches Tabu – Thema sein

Sprechen Sie darüber!

Am 25. November war der Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen, auch
„Orange Day“ genannt. Seit mehr als 20 Jahren gibt es auch in der Landeshauptstadt Aktionen
an diesem Tag. Pro Tag registrierte die Erfurter Polizei im vergangenen Jahr zwei Delikte von
häuslicher Gewalt. Die Dunkelziffer dürfte weit höher sein. Doch oft trauen sich Frauen nicht,
sich an die Polizei, Freunde oder Beratungsstellen zu wenden.
Auf dem Erfurter Fischmarkt hatten verschiedene Initiativen zu einer Gedenkveranstaltung
aufgerufen. Unter dem Motto: "Ein Licht für jede Frau*“ wurden Kerzen als Symbol für Frauen,
die von Gewalt betroffen sind aufgestellt. Karola Stange, stellvertretende
Fraktionsvorsitzende und Sprecherin für Soziales und Ehrenamt sagte am Rand der
Veranstaltung: „Dieser Tag ist nur eine Symbolik, wir brauchen 365 Tage für den Kampg
gegen Gewalt an Frauen*.” Allein 300 Frauen* wurden bereits im Jahr 2020 Todesopfer
häuslicher Gewalt. Jeden Tag erfährt eine Frau*physische oder psychische Schändung. Karola
Stange sieht die Gesellschaft und die Politik in der Pflicht:
“Es ist frustrierend wenn wir jedes Jahr hier oder an anderen Orten Kerzen aufstellen und sich
nichts ändert. Solange es gesellschaftlich noch immer ein Tabu - Thema ist, brauchen wir mehr
Öffentlichkeit. Wir benötigen endlich die Umsetzung der Istanbulkonvention im Land, denn um
das Tabu zu brechen ist es nötig, Geld und Engagement zu investieren.”
Die Initiatoren forderten Zivilcourage, die gesellschaftliche Aufarbeitung, das Aufheben der
Schweigsamkeit und mehr Hilfsangebote auch im ländlichen Raum. Sie machten klar, dass
keine Frau*allein gelassen wird.

Immer wieder und wieder gehen wir am 25. November auf die Straße, zünden Lichter an und stahlen Gebäude orange an, um auf die Gewalt an Frauen und Mädchen aufmerksam zu machen. Um das Thema aus der Grauzone, dem Privaten und dem Tabu zu holen, hin in die öffentliche Wahrnehmung. Dafür kämpft das Netzwerk gegen häusliche Gewalt an Frauen Erfurt und viele Frauen und auch Karola. Alle 10 Minuten erfährt eine Frau oder ein Mädchen einfache Gewalt, alle 45 Minuten ist eine Frau oder ein Mädchen Opfer einer gefährlichen Körperverletzung und alle 72 Stunden wird eine Frau, weil sie eine Frau ist getötet [Femizid]. Es müssen endlich die Maßnahmen der Istanbul Konvention gegen Gewalt an Frauen und Mädchen umgesetzt werden. Auch das Wahlkreisbüro linksKontakt ist orange beleuchtet. Karola bekam als Anerkennung ihres unermüdlichen Einsatzes für das Thema eine Tasse der Kampagne „Sprechen sie drüber“ vom Erfurter Netzwerk überreicht.