Essstörungen sind Ausdruck falscher Rollenbilder und Lebensweisen

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"Wir brauchen positive Vorbilder für Mädchen und Frauen, die sich nicht an der Kleidergröße orientieren", sagt Karola Stange, gleichstellungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag, anlässlich des morgigen Anti-Diät-Tages. Es seien insbesondere die Medien gefordert, sich von einseitigen Rollenbildern zu verabschieden und normal gewichtige Frauen vor die Kamera und in die Zeitschriften zu bringen. "Und wir brauchen Unterstützung für arme Kinder, sich mehr zu bewegen und gesündere Nahrung zu sich zu nehmen."

Die Zahl der fettleibigen Mädchen steigt kontinuierlich an. Insbesondere Kinder aus Familien mit geringem Einkommen und niedrigem sozialen Status sind öfter von Übergewicht betroffen als Kinder aus wohlhabenden Familien. "Jenseits allen Diät-Wahns muss es gelingen, Kinder und Jugendliche zu einer gesunden Lebensweise zu befähigen", sagt Karola Stange. Das sei auch eine politische Aufgabe. Sportvereine und Aktiv-Urlaube seien für viele Familien unbezahlbar, häufig fehle im Alltag die Initiative der Eltern, ihre Kinder zu gesundem Leben anzuregen. "Hier ist die Gesellschaft gefragt, Kinder und Jugendliche in Bewegung zu bringen und zu halten - sowohl durch finanzielle Zuschüsse, als auch durch die Integration der Angebote in Kitas und Schulen", sagt Frau Stange.
Gleichzeitig gebe es immer mehr Magersüchtige. Einer Untersuchung in Baden-Württemberg zufolge stieg ihr Anteil seit dem Jahr 2007 dort um 27 Prozent. Es sei bei den vorherrschenden Rollenbildern und Schönheitsidealen kein Wunder, wenn insbesondere junge Mädchen kein natürliches Verhältnis zu ihrem Körper entwickeln könnten. "Wenn Frauen immer nur dann als erfolgreich und attraktiv gelten, wenn ihre Rippen zu zählen sind, haben Mädchen einfach keine attraktiven Vorbilder", kritisiert die Frauenpolitikerin.

Die Abgeordnete appelliert auch an die Medien, "ihre Verantwortung wahrzunehmen und auf Internetseiten, in Filmen und Fernsehen sowie in Zeitschriften Frauen zu zeigen, deren Ausstrahlung nicht von ihrem Untergewicht abhängt".