Keine Erhöhung des Rentenalters - Finger weg vom verdienten Ruhestand!

Karola Stange

„Die Forderungen der FDP bezüglich der Rente mit 63 sind nicht nur entrüstend, sondern auch unangebracht“, so Karola Stange, stellvertretende Vorsitzende und Rentenexpertin der Fraktion Die Linke im Thüringer Landtag, zum Plan der FPD, bei der Rente mit 63 deutliche Einschnitte vornehmen zu wollen.

 

„Es ist empörend, dass eine Partei, die hauptsächlich Besserverdienende und Selbstständige vertritt, glaubt, über das Rentenalter von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern entscheiden zu können. Viele ihrer Vertreter haben vermutlich nicht einen Cent in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt, dennoch wollen sie deutliche Einschnitte bei der Altersvorsorge der Bürgerinnen und Bürger vornehmen.“

 

Mit Blick auf die Voraussetzungen für die Rente mit 63 konstatiert Stange: „Die Hürden für eine Rente mit 63 sind bereits hoch und die Rentenzahlungen sind knapp. Wer eine abschlagsfreie Rente mit 63 erreichen will, muss 45 Jahre gearbeitet haben und vor 1953 geboren sein. Das sind bereits enorme Hürden. Obendrein ist die Rentenzahlung ohnehin schon spärlich: Im Durchschnitt handelt es sich um eine Bruttorente von knapp 1.427 Euro in Thüringen. Was noch folgt, sind etwaige Abzüge..

 

Die Linke-Abgeordnete weiter: „Wenn wir uns heute den Arbeitsmarkt anschauen, zeigt sich ein riesiger Niedriglohnsektor. Der Weg ‚Schule, drei Jahre Ausbildung und dann die Ausübung eines Berufes bis zum Renteneintritt‘ ist schon lange nicht mehr Alltag vieler Menschen in Deutschland. Die Rahmenbedingungen entsprechen längst nicht mehr denen, wie zur Einführung des Konzeptes der Rente mit 63 Jahren. Das ist die Realität. Und Bundesfinanzminister Christian Lindner fällt nichts Besseres ein, als das Rentenalter zu erhöhen, die eigentlichen Probleme aber nicht anzugehen und stattdessen die Menschen um ihren verdienten Ruhestand zu bringen.“

 

Statt sich mit politischen Fehlentscheidungen in den Vordergrund zu drängen und die Armut im Land noch weiter zu verfestigen, brauche es echte Lösungen. „Darum fordern wir: Ausnahmslos alle müssen in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Das gesetzliche Rentenniveau muss auf 53 Prozent erhöht sowie der Niedriglohnsektor und die prekären Arbeitsbedingungen müssen wirksam angegangen werden. Zeiten der Kindererziehung und Pflege gehören durch einen Ausgleich aus Steuermitteln endlich anerkannt,“ fordert Stange abschließend.