Wachsende Altersarmut stoppen – Lebensleistung anerkennen

Karola Stange
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Anlässlich der Ergebnisse einer Kleinen Anfrage zum Thema Altersarmut in Thüringen äußert sich Karola Stange, stellvertretende Fraktionsvorsitzende und sozialpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag:

„Die Thüringer Altersrenten geben Grund zur Besorgnis. Der Antwort auf meine Kleine Anfrage ist zu entnehmen, dass von den ca. 438.000 Thüringer Rentner:innen mit 40 Versicherungsjahren im Jahr 2021 über die Hälfte, genau genommen 252.603 Rentner:innen, eine monatliche Rente unter 1.200 Euro erhalten.“ Die Abgeordnete weist vor dem Hintergrund der Armutsquote von 1.148 Euro (in Anlehnung an den Paritätischen Armutsbericht) darauf hin, dass damit eine besonders hohe Zahl an Rentner:innen in Thüringen unter oder nur knapp über der Armutsquote liegen. Darüber hinaus ist festzustellen, dass vor allem Frauen vermehrt eine geringe Rente beziehen: Von den 252.603 Rentner:innen in Thüringen sind es 156.000 Frauen, die eine Rente unter 1.200 Euro erhalten.

„Trotz 40 Jahren Einzahlung ins Rentensystem reicht damit die Rente für eine Vielzahl der Thüringer Rentner:innen nicht für ein selbstbestimmtes Leben ohne Sorge vor Armut. Das Handeln der Ampelkoalition zur Bekämpfung von Altersarmut bleibt leider dürftig: War die Grundrente mit Einführung Anfang 2021 als ein Instrument zur Altersarmutsbekämpfung gedacht, deuten die ersten Anfang des Jahres veröffentlichten Zahlen eher darauf hin, dass es in seiner jetzigen Form ein absolut halbherziger Schritt ist. So werden lediglich 1,1 Mio. Rentenbeziehende einen monatlichen Grundrentenzuschlag von durchschnittlich 86 Euro erhalten. Ich erinnere nur daran: Laut erstem Gesetzesentwurf sollten es noch bis zu 3. Mio. Berechtigte sein. Die Ampel-Koalition verzettelt sich mit einem Berechtigungskriterienkatalog, der eine Vielzahl an Rentner:innen außen vorlässt: So werden alle ausgegrenzt, die nicht unterdurchschnittliches Einkommen bezogen haben, die keine Kinder großgezogen oder Angehörige gepflegt haben. Dabei wäre das Mindeste die Anerkennung der Lebensleistung durch eine Rente, die zum Leben reicht. Dafür braucht es eine solidarische existenzsichernde Mindestrente und keine halbgare Grundrente, wie sie 2021 von der Ampelkoalition beschlossen wurde“, schließt die Abgeordnete ab.